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Magier – Danu Talis

Die deutschsprachige Fansite zu der Buchserie Die Geheimnisse des Nicholas Flamel und weiteren Büchern von Michael Scott.

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DAS IST DANU TALIS

» Sie blickten hinunter auf ein Inselparadies.
Tief unter ihnen erstreckte sich, soweit das Auge reichte, eine goldene Stadt. Von ihrer Warte aus wirkte sie wie ein Labyrinth, durch das sich glitzernde blaue Kanäle zogen. Auch rings um die Stadt herum war Wasser. […] „Hier seht ihr die legendäre Sonnenpyramide“, erklärte Marethyu. […] Er wies mit seiner Hakenhand nach unten.

„Willkommen auf der Insel Danu Talis.“ «

aus: Michael Scott, Der unheimliche Geisterrufer, S. 420.


Magier: Eine etymologische Spurensuche

von Silente 08

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Im Folgenden möchte ich am Beispiel des Magiers/der Magierin zeigen, wie viele verschiedene Worte es geben kann, um mehr oder weniger dasselbe zu bezeichnen. Dabei vergleiche ich die sechs Sprachen Deutsch (DE), Englisch (EN), Italienisch (IT), Französisch (FR), Spanisch (ES) und Portugiesisch (P) und versuche, die Wörter auf die gemeinsamen etymologischen Ursprünge zurückzuverfolgen. Allerdings sind diese nicht immer nachvollziehbar und zudem häufig umstritten – daher sind die Informationen mit Vorsicht zu genießen!
Abkürzungen: ahd. = althochdeutsch; mhd. = mittelhochdeutsch.

  1. Den „gemeinsamen Nenner“ bildet das lateinische magicus („magisch“), das wiederum aus dem Griechischen und noch früheren Sprachen stammt. Es lassen sich folgende Ableitungen erkennen:
    DE: Magier/Magierin, Magiker/Magikerin; EN: magician; IT: mago/maga; FR: magicien/magicienne; ES: mago/maga, meigo/meiga; P: mago/maga, meigo/meiga, mágico.

  2. Außer im Deutschen ist das lateinische incantare („Zaubersprüche sagen“) weit verbreitet:
    EN: enchanter/enchantress; IT: incantatore/incantatrice; FR: enchanteur/enchanteresse; ES: incantador/incantadora; P: encantador/encantadora.

  3. Eine weitere Form entstand aus den Wörtern hag (ahd.: „Einhegung“, „Hecke“) und dem norwegischen tysja („Elfe“). Im Deutschen wurden die beiden Bestandteile zu hagzissa (ahd.), später hecse (mhd.), zusammengezogen – daraus entstanden die Wörter Hexer/Hexe, Hexenmeister/Hexenmeisterin. Im Englischen bezeichnet hag eine Hexe.

  4. Aus dem lateinischen facticius („künstlich“, „imitierend“) entstanden folgende Wörter:
    IT: fattucchiere, fattucchiera; ES: hechicero/hechicera; P: feiticeiro/feiticeira.

  5. Der Ursprung der nachfolgenden Wörter ist nicht völlig nachvollziehbar; der Wortstamm ist vermutlich präromanisch:
    ES: brujo/bruja; P: bruxo/bruxa.

  6. Das lateinische sors („Schicksal“) findet sich auch in mehreren Sprachen:
    EN: sorcerer/sorceress; FR: sorcier/sorcière, ensorceleur/ensorceleuse.

  7. Ein besonders interessantes Beispiel findet sich im Englischen. Aus dem germanischen warar („wahr“) und lēoġan („lügen“) entstand im Altenglischen das Wort wǣrloga. Es bezeichnete einen Verräter, einen Schwurbrecher oder jemanden, der mit dem Teufel im Bund war. Daraus entstand das schottische warlock, das auch im Englischen gebräuchlich wurde, inzwischen nur mehr in der Bedeutung „Hexer“.

  8. Aus dem lateinischen strix („Ohreule“, „Vampir“; aus dem Griechischen) entstand im Italienischen das Wort strega/stregone.

  9. Das althochdeutsche zaubarari (weitere Herkunft unbekannt) wurde im Deutschen zu Zauberer/Zauberin, Zaubrer/Zaubrerin.

  10. Aus dem altenglischen wicca/wicce („Hexer/Hexe“; weitere Herkunft umstritten) entstand das heute übliche englische Wort für Hexe (in seltenen Fällen auch für Hexer): witch.

  11. Aus dem altenglischen wīs („weise“; germanischer Ursprung) entwickelte sich das Wort wizard/wizardess, ursprünglich in der Bedeutung „Weiser/Weise“; inzwischen ist es das übliche englische Wort für Zauberer.



Quellen: www.wiktionary.org; DUDEN Deutsches Universalwörterbuch (2011); Oxford Dictionary of English (2009); Lo Zingarelli Vocabolario della lingua italiana (2011); Dictionnaire français de définitions (2011); Diccionario de la lengua española (2006); Dicionário Priberam da Língua Portuguesa (2011).

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